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Technische Informationen

Neue Motorenölspezifikation ILSAC GF-5
TECHNISCHE INFORMATION 01-06-2010
Juni 2010

Neue Motorenölspezifikation ILSAC GF-5

Im Dezember 2009 wurde durch die ILSAC die neue Motorenölspezifikation ILSAC GF-5 verabschiedet.

ILSAC = International Lubrícation Standardization and Approval Committee
Internationales Schmierstoff-, Standardisierungs und Freigabe Komitee

Im ILSAC sind die japanischen (JAMA) und die amerikanischen Automobilhersteller (Ford, Chrysler, GM) repräsentiert.

Die ILSAC-Motorenölspezifikationen sind daher nicht nur in den USA, sondern mit Ausnahme von Europa, weltweit von enormer Bedeutung.

In Europa sind die ACEA-Spezifikationen (Europäischer Automiblverband) von oberster Priorität.

Aufgrund der Globalisierung der Automobilindustrie gewinnen aber auch hier die internationalen ILSAC-Spezifikationen an Bedeutung.

Die gegenüber der derzeitigen aktuellen ILSAC GF-4 Spezifikation deutlich verschärften Ölanforderungen, sollen in erster Linie einen beitrag zur Kraftstoffeinsparung und Emissionsreduzierung liefern.

Die Forderungen ergeben sich aus neuen, verschärften gesetzlichen Regularien.

Zu Erfüllung dieser Vorgaben ergeben sich neben dem direkten Öleinfluss auf den Kraftstoffverbrauch und die Verträglichkeit mit den Abgasnachbehandlungsystemen, weitere indirekte Anforderungen aufgrund von neuen Motortechniken (Direkteinspritzer, Torbo etc.).

Bezüglich des Leistungsvermögens ergeben sich für Motorenöle nach GF-5 gegenüber GF-4 im wesentlichen folgende schärfere bzw. neue Anforderungen:

• Höherer Beitrag zur Kraftstoffeinsparung
• Bessere Verträglichkeit mit Abgasnachbehandlungssystemen
• Bessere Verträglichkeit mit E85 Kraftstoffen (Ottokraftstoffe mit einem Ethanolanteil bis zu 85%)
• Erweiterte Anforderungen an die Verträglichkeit mit Dichtungsmaterialien
• Bessere Kolbensauberkeit
• Erhöhter Schutz gegenüber Verschlammung
• Geringe Neigung zur Ablagerungsbildung an Turboladern

Um diese Anforderungen zu erfüllen, sind signifikante Formulierungsoptimierungen zu erwarten. Dieses betrifft sowohl die Auswahl der Additive als auch der Grundöle.

Da mit der Einführung von ILSA GF-5 auch mit einer verstärkten Verbreitung von 0W-20 Ölen zu rechnen ist, wird der Bedarf an Grundölen der Gruppe I deutlich zulasten von Grundölen nach Gruppe III und IV zurückgehen.

ILSAC GF-5 ist für Anwendungen in PKW-Ottomotoren vorgesehen, spezifische Anforderungen für Dieselmotoren sind in dieser Spezifikation nicht berücksichtigt.

Erste Lizensierungen für ILSAC GF-5 Öle sind ab dem 01. Oktober 2010 möglich.
Ab 01. Oktober 2011 gibt es keine Lizensierungen mehr für ILSAC GF-4 Öle.

Es wird erwartet, dass GF-5 mindestens bis 2015 gültig sein wird.

Aufgrund der parallelen Einführung der GM (General Motors) eigenen Hausspezifikation ”dexos” sowie der mangelnden Verfügbarkeit der Testmotoren, ist die Zukunft der ILSAC-Spezifikationen derzeit sehr ungewiss, so könnte die neue ILSAC GF-5 Klassifikation auch nach 2015 durchaus noch relevant sein.

FINKE wird das Lizenzierungs- und Zertifizierungsverfahren EOLCS (Engine Oil Licensing and Certification System) beantragen und rechtzeitig über neue Entwicklungen berichten.

Basisöle:

Raffinate, Hydrocracköle, Synthetische Kohlenwasserstoffe und bestimmte Esther werden sowohl pur als auch in unterschiedlichen Mischungen miteinander als Basisöl eingesetzt.

Weder die Begriffe
• Raffinat
• Hydrocracköl
• Syntheseöle
• Synthetische Kohlenwasserstoffe

Noch die weiteren viellen anderen Bezeihnungen sind genormt bzw. normfähig!

In den Verkaufsunterlagen sind folgende Wortschöpfungen zu finden:
• Synthetisch
• Vollsynthetisch
• Teilsynthetisch
• Halbsynthetisch
• Parasynthetisch
• Semisynthetisch
• Synthetechnologie
• HC-Synthese
• Synthetic based u.s.w.

Ein echter Hinweis auf die zusammensetzung der Öle ist hierdurch nicht möglich – es handelt sich um reine Marketingaussagen!

Es gibt weder national noch international genormte Bezeichnungen für Basisöle.

Bei der Formulierung von Schmierölen wird weltweit die Einteilung in Basisöl-Gruppen nach API (American Petroleum Institue) und ATIEL (Association Technique de l'Industrie Européenne des Lubrifants) angewandt.

Zweitraffinat als Basisöl

Die Richtlinie 87/101/EWG verlangt für Altöle absoluten Vorrang für die Wiederaufbereitung vor dem Verbrennen.

Zweitraffinate sind in ihrem Praxisverhalten den raffinaten ähnlich.

Weitere Basisöle: Syntheseöle

Grundbausteine sind Kohlenwasserstoffe, zusätzlich könen noch enthalten sein:
• Sauerstoff (O) z.B. synthetische Ester, Polyglykole
• Phosphor (P + O) z.B. Phosphorsäureester
• Silizium /Si + O) z.B. Silikonöle

Für biologisch abbaubare Hydrauliköle und Motorenöle werden auch synthetische ester eingesetzt.

Die internationale Einteilung der Baisöle erfolgt in 6 Gruppen:

Group 1        Bezeichnung: Raffinate                VI: 80 bis 120                 Sättigung: < 90%
Group 2        Bezeichnung: Raffinate                VI: 80 bis 120                 Sättigung: > 90%
Group 3        Bezeichnung: Hydrocrack Oil      VI: > 120                          Sättigung: > 90%
Group 4        Bezeichnung: Polyalphaolefine PAO
Group 5        Synthetic Oil (wie Ester)
Group 6        Polyinternalolefine PIO Synthetische Kohlenwasserstoffe oder Synthetic hydrocarbons

Visselhövede, den 08. Juni 2010
Gerald Lutz
Geschäftsführer
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Hoyer Finke Mineraoelwerk